1. Frage

Warum erfahre ich Gegenwind, obwohl ich doch meiner inneren Wahrheit folge?

 

März 2011 

Ich schätze meine innere Wahrheit als mein höheres Selbst und fühle mich ihr verpflichtet.

Allerdings ist es Kräfte zehrend, als Querulant zu gelten, weil ich die Dinge so ausspreche wie ich sie erkenne, und damit gleichfalls ja auch oft Veränderungen anstrebe - im gemeinsamen Dialog -, die eine Verbesserung - für alle - ermöglichen könnten. Und da ist dann noch dieser tiefe Schmerz, den ich oft in solchen Missstimmungen empfinde, der mich zweifeln lässt, ob es wirklich so gut war, dieser inneren Stimme zu folgen, oder ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, „gute Miene zum bösen Spiel“ zu machen, denn es lief ja bislang auch irgendwie….

 

Mitunter hinterfrage ich auch langjährige Traditionen bzw. Gewohnheiten, sofern ich bei Ausführung einer solchen Tradition auf der Arbeit z.B. eine innere Resonanz feststelle, die mich nachdenken lässt und mich regelrecht zu einer anderen - neuen, aber auch friedlich, sachlichen Lösung drängt, weil sie einfach meine Mitverantwortung anspricht und ich dann auch meinen Mund nicht halten kann.

 

Meine Frage: Wenn es das Ziel ist, nach der inneren Wahrheit zu leben - in Freude wohlmöglich, (die ja auch ein Kennzeichen dieser inneren Wahrheit sein soll), wie kann es dann sein, dass ich so oft heftigen Gegenwind erfahre, obwohl ich doch mit dem Befolgen der inneren Wahrheit, nützliche Verbesserungen für das gesamte Team im Sinn habe, die zwar zumeist auch anerkannt werden, aber paradoxerweise dennoch von den gleichen „bekämpft“ werden? Da stimmt doch was nicht?!

 

 

 

Antwort:

  

Das Leben auf Erden nach der inneren Wahrheit freut die Seele! Und manchmal dürfen wir diese Freude auch spüren.

Mit Frieden und “seine Ruhe haben“, hat das aber nichts zu tun! Die innere Wahrheit kann den Menschen ja immerhin auch zu einer kräftezehrenden Revolution führen, folgt man den jüngsten Nachrichten aus Nordafrika, wo jetzt dominoartig die Regierungen vom Volk abberufen werden.

 

An alten Gewohnheiten zu rütteln, fühlt sich für den „Gewohnten“ so ähnlich wie eine Revolution an. Es tut bereits weh wenn Jemand kommt und Altbewährtes - überhaupt gar wagt in Frage zu stellen!

Denn mit dabei schwingt auch immer eine unausgesprochene Kritik, des alten Systems. Eine Kritik die leider immer noch - viel zu oft - persönlich genommen wird.

 

Wenn es den Menschen gelingt ein Problem sachlich und überpersönlich zu diskutieren und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, dann tut das Rütteln an einer Tradition nicht wirklich weh, sondern gibt sogar Kraft und Freude zur Ausführung!

 

Betrachten wir einmal das Wort: Gewohnheit.

Da wohnt etwas in uns, in unserem Haus. Es hat sich eingenistet und will sich einfach nicht herausdrängen lassen. Erst wenn wir darin trainiert sind uns daran zu gewöhnen, Gewohnheiten zu wechseln, wird es leichter. Aber das macht keiner gerne freiwillig, weil es den Menschen dünnhäutig und verletzlich macht, denn wenn der Lebensturm und das was uns sonst immer Halt gab ins Wanken gerät, dann ist das erstmal unangenehm, auch wenn es uns  letztlich befreien könnte und wird. 

 

 

Innerer Schmerz kann entstehen, wenn man

 

  1. entweder zu schnell und damit zu unvorsichtig vorgeht.
  2. den falschen Ton anschlägt und damit andere wohlmöglich verletzt.
  3. wenn man Einzelne aus der Diskussion ausschließt und dabei wohlmöglich auch noch über sie spricht – wenn auch sachlich (wird vom Betroffenen oft energetisch als lästern oder üble Nachrede empfunden – passend dazu z.B. sinngemäß aus den 10 Geboten: „Du sollst nicht übel nachreden“).
  4. nur „wage“ glaubt der inneren Wahrheit zu folgen, allerdings in Wahrheit der Gegenkraft folgt, die bewusst zerstören will. Dies kann Seelenschmerzen ungeheuren Ausmaßes auslösen! Mit zunehmender Übung, kann man allerdings sofort den Unterschied erkennen, von der wirklich echten inneren Wahrheit (die einfach nur unerschütterlich echt ist) und von zweifelhafter, oberflächlicher - nennen wir sie „Impulswahrheit“, die sich dann nur zwischen uns und dem höheren Selbst geschoben hat. Denn: ist eine Entscheidung, ein Tun von vornherein mit Zweifeln geschwängert, ist Vorsicht geboten! Zweifel die erst nach einer als zuvor 100% richtig befundenen Entscheidung auftreten, entpuppen sich oft bei näherer Beschau als nicht haltbar. Der erste Impuls ist meist der Richtige, sofern man in Kontakt mit seiner inneren Wahrheit steht.

 

Ein Leben nach der inneren Wahrheit braucht daher Mut, Kraft und das Stehvermögen einer integrierten Persönlichkeit und natürlich die notwendige, sorgfältige Beachtung der ethischen Vorgehensweise, um nicht unnötig Leid zu erzeugen.

 

Fazit: Wenn ein Weg vom gewohnten Trampelpfad der Masse abweicht, kann also durchaus noch wildes Gestrüpp die Haut verletzen und es können Steine auftauchen, die zum Stolpern einladen. Am besten immer wachsam bei sich bleiben und die ethischen Regeln beherzigen.

Und dann kann kommen was will, denn man ist bereit dafür. Und wenn man doch mal hinfällt, dann bitte unbedingt wieder aufstehen!

 

 

2. Frage 

 

Wie kann ich lernen das Gute im Leben zu sehen?

 

Mai 2011

Ich finde diese Welt manchmal so unglaublich ungerecht! Wie kann ich lernen das Gute im Leben zu sehen? Auch erkenne ich mich als Opfer. Habe ich da nicht einfach auch das Recht mit unlauteren Mitteln zu kämpfen? Die anderen tun es ja auch und meist haben sie auch Erfolg damit!

 

 

Antwort

Diese Fragen habe ich mir auch schon gestellt.

 

Erschreckend, dass so manch - ethisch sehr fragwürdiges - Handeln oft für „Erfolg“ im Leben steht, der bei näherer Betrachtung allerdings doch sehr oberflächlich ist und dies auch wieder einmal durch die skandalösen Machenschaften einiger "Großbonzen", welche durch die Medien ans Licht gebracht werden, bewiesen wird: unlautere Machenschaften lohnen nicht, sie bringen einen tiefen Fall, viel Scham und Schmerz für alle Beteiligten.

Als „Opfer“, sollte man seine Kampfmittel gut wählen, will man nicht die gleiche Wirkung erfahren wie die vorher gennanten Großbonzen. 

 

Es gibt Momente, in denen man ein liebendes Herz als Hauptmotivation des Handelns erkennt und diese Erinnerungen helfen in Zeiten in denen einen dunkle Gedanken heimsuchen.

 

Denn: immer wenn man absolut aufrichtig ist und immer dann, wenn man voller Freude (echte) innere Impulse umsetzt - und dabei auch kleinere Hürden zu überwinden hat - spürt man sich Selbst, seine Liebe und Lebendigkeit, fühlt sich unbesiegbar, durch die Kraft die dabei in einem aufflammt.

Der Blick auf dieses "Gute" in seinem Leben, vermehrt gleichfalls den Blick für das Gute um einen herum. Da wo die Aufmerksamkeit ist, wird und MUSS es mehr werden (dies ist ein kosmisches Gesetz)!

 

Oft kollidieren diese inneren Kräfte aber auch mit den Mustern, denen man sonst immer gefolgt war. D.h. man traut sich dann manchmal nicht mehr, diesem inneren Ich zu folgen, weil es eine eher rebellische Kraft ist, die versucht, geliebte Muster zu sprengen, sofern sie aus höherer Sicht - nun im Weg stehen.

 

Dann siegen auch manchmal die Muster. Und wenn z.B. eines dieser Muster sagt, man könne nur geliebt werden, wenn man immer genau das tut was andere von einem verlangen und man auch am besten immer genau deren Meinung ist, schwirrt man als Spielball von einem zum anderen, in ständiger, ängstlicher Anspannung ein Signal einer Meinung nicht richtig gedeutet zu haben.

So schwebt man manchmal jahrelang in einer naiven Grauzone und versagt sich so eine eigenständige Persönlichkeit entwickeln zu können, mit einer eigenen Meinung und die Kraft diese auch auszuhalten, also Standhaftigkeit.

 

Man kann damit aber weder Liebe erhalten, (man rennt dem - was man für Liebe hält - nur hinterher und erntet eher Hass aufgrund seiner selbstgemachten Labilität), noch wird man erwachsen werden können.

Erst die Entscheidung für seine Wahrheit, für sein Leben und die Akzeptanz seines Seins – so wie es ist – helfen diese alten Muster loszulassen.

 

Diese Befreiung macht verletzlich, öffnet aber das Herz erneut.

Und das Folgen der ethischen, spirituellen (goldenen) Regeln, bewahrt dieses geöffnete Herz.

Denn wir können nun diese Kraft in uns leben, ohne mehr Angst zu haben umzufallen. Und wenn wir dann doch mal am Boden liegen, weil alte Muster uns überrollt haben, haben wir ja die Kraft wieder aufzustehen!

So können endlich immer mehr Muster, denen man sich vorher bediente, erkannt und zur passenden Zeit losgelassen werden.

 

Warum beschreibe ich diesen Weg hin zu zur Mitte, hin zu dem was wir wahrhaft sind?

 

  1. Weil das Sein in dieser Mitte Voraussetzung dafür ist, das Gute in anderen zu sehen, selbst dann, wenn er scheinbar ein eher „schlechter“ Mensch ist.
  2. Weil wir nur so erkennen können, dass alles „Böse“ was uns widerfährt, meistens selbst gemacht ist. Wir können also oft erkennen, warum etwas geschieht und sehen damit auch die Eigenverantwortung.
  3. Und Eigenverantwortung ist letztlich das, was die Welt für uns wieder gerecht machen kann.

 

Natürlich bleiben dabei Rätsel, bei Themen die wir beim besten Willen nicht nachvollziehen können oder unsere Eigenverantwortung erkennen lassen. Themen z.B. über das Kindersterben, Armut, Hunger, Krankheit, Umweltverschmutzung, Naturkatastrophen. Da bleiben dann oft nur Ohnmacht oder tiefes Erschrecken und eine Hilflosigkeit die oft sprachlos macht. Und auch Worte helfen dann kaum.

Auch diese Wahrnehmung ist echt, da ja auch aus unserer Mitte heraus und sie will ernst genommen werden. Sie zeigt uns unsere Kleinheit vor Gott und das ist gut so.

Denn diese Kleinheit zeigt, wie wenig wir vom Ganzen erfassen können. Wie in einem riesigen Puzzle befindlich, sehen wir nur einen Abschnitt auf einem kleinen Puzzelteil.

Und auch hier stützt uns unsere Mitte wieder. Denn aus ihr wird der Glaube, wird Vertrauen geboren. Glaube der bei konstanter Prüfung zu Wissen wird und schließlich zu einer Gewissheit, dass alles gut ist wie es ist. Dann vertrauen wir auch in Gott. Denn Gott ist allmächtig und er kann und wird immer und jederzeit eingreifen sofern er es für richtig hält.

 

Der Drang des Menschen alles 100% erklärbar zu machen, entspringt dem Wunsch der Kontrolle.

Und wer 100% Kontrolle braucht, hat Angst.

Wer in Angst ist, kann nicht in Liebe sein.

Und wer nicht in Liebe ist, der ist nicht wirklich bei sich.

 

Allerdings ist es unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass wir uns Wissen zu unseren Themen aneignen! Das Leben selbst diktiert diese Themen automatisch, man muss also nicht suchen, sondern man hat sie einfach, denn es sind immer die Themen die uns angehen, mit denen wir also in Resonanz sind.

Denn nichts ist fahrlässiger, als seine Lebensthemen einfach nur auszusitzen, ohne wirklich wenigstens den Versuch zu starten, sich Hintergrundwissen hierzu anzueignen (unter Gottes Führung), damit man die Gründe und Ursachen wenigstens soweit verstehen kann, dass die Angst verringert werden kann, um schließlich in Liebe aufgelöst zu werden.

 

Der Unterschied zwischen dem Willen einer 100% igen Kontrolle und der ethischen Pflicht der Wissensaneignung ist der, dass im ersten Fall angenommen wird, dass der Mensch alles erfassen könnte (Hochmut) und im 2ten Fall einfach gewusst wird, dass zwar vieles erlernt und verstanden werden darf (sofern man überhaupt bereit ist diese Anstrengung der Wissensaneignung auf sich zu nehmen), aber gleichfalls grundsätzlich angenommen wird, dass man niemals alles erfassen kann! Man hofft dabei also, dass Demut den Weg begleiten mag und bittet Gott täglich darum.

 

Unsere Schwächen helfen dabei, sofern sie gesehen werden wollen und können, die Kleinheit vor Gott zu begreifen.

Der Blick auf die Stärken hilft eine gesunde Balance zu schaffen, damit man sich auch traut seine Stärken anzunehmen und auszubauen.

So kommt man schließlich in eine gesunde Balance, die vor Realität und Wahrheit nur so strotzt, weil man nun endlich alle Kräfte, die vorher für Verdrängungsarbeiten aufgebracht werden mussten, zur Verfügung stehen, um den Blick auf des wirklich Wesentliche und Wichtige im Leben zu lenken: zunehmend weg von sich und zunehemend hin zu Gott, hin zum Dienst für (und mit) andere.

 

Noch ein Wort zur Liebe, denn sie kann missverstanden werden.

Es ist keine süße Liebe die alles gutheißt oder die immer nett zu sein hat. Nein!

Diese Liebe ist vor allem Echtheit: mal fröhlich, mal wütend – mal stark, mal schwach - mal groß, mal klein - mal laut, mal leise - mal fleißig, mal träge.

Aber sie hält sich dabei natürlich, an die spirituellen Gebote von Fairness, Respekt und einer sachlichen Freundlichkeit. Sie ist dabei voller Lebendigkeit in uns und sie ist immer echt. Zuerst umarmt sie den Träger und dann die anderen.

Sie will grundsätzlich das Gute, sie will Gerechtigkeit und sie ist ehrlich, selbst dann wenn sie später feststellt, dass das Gute, dass sie belebte, gar nicht wirklich so gut war - aus welchen Gründen auch immer.

Und das ist das Schöne! Liebe ist beweglich, verzeiht und kann niederreißen, um wieder neu aufzubauen.

 

Das Studium der kosmischen Gesetze wie z.B. des Karmas, der Wiedergeburt, der Analogie und mehr können helfen Verständnis zu entwickeln. Ein Verständnis das hilft, sich in Gott fallen zu lassen, ihm zu vertrauen.

Und dann ist auch das Leben nicht mehr ungerecht, denn wir ernten ja letztlich nur was wir säen und erhalten das, was für uns am Besten ist.

Immer, ausnahmslos und ganz egal ob wir das verstehen können.

Das Leben bleibt also spannend.

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Claudia Scherreiks © 2010