2. Frage
Wie kann ich lernen das Gute im Leben zu sehen?
Mai 2011
Ich finde diese Welt manchmal so unglaublich ungerecht! Wie kann ich lernen das Gute im Leben zu sehen? Auch erkenne ich mich als Opfer. Habe ich da nicht einfach auch das Recht mit unlauteren Mitteln zu kämpfen? Die anderen tun es ja auch und meist haben sie auch Erfolg damit!
Antwort
Diese Fragen habe ich mir auch schon gestellt.
Erschreckend, dass so manch - ethisch sehr fragwürdiges - Handeln oft für „Erfolg“ im Leben steht, der bei näherer Betrachtung allerdings doch sehr oberflächlich ist und dies auch wieder einmal durch die skandalösen Machenschaften einiger "Großbonzen", welche durch die Medien ans Licht gebracht werden, bewiesen wird: unlautere Machenschaften lohnen nicht, sie bringen einen tiefen Fall, viel Scham und Schmerz für alle Beteiligten.
Als „Opfer“, sollte man seine Kampfmittel gut wählen, will man nicht die gleiche Wirkung erfahren wie die vorher gennanten Großbonzen.
Es gibt Momente, in denen man ein liebendes Herz als Hauptmotivation des Handelns erkennt und diese Erinnerungen helfen in Zeiten in denen einen dunkle Gedanken heimsuchen.
Denn: immer wenn man absolut aufrichtig ist und immer dann, wenn man voller Freude (echte) innere Impulse umsetzt - und dabei auch kleinere Hürden zu überwinden hat - spürt man sich Selbst, seine Liebe und Lebendigkeit, fühlt sich unbesiegbar, durch die Kraft die dabei in einem aufflammt.
Der Blick auf dieses "Gute" in seinem Leben, vermehrt gleichfalls den Blick für das Gute um einen herum. Da wo die Aufmerksamkeit ist, wird und MUSS es mehr werden (dies ist ein kosmisches Gesetz)!
Oft kollidieren diese inneren Kräfte aber auch mit den Mustern, denen man sonst immer gefolgt war. D.h. man traut sich dann manchmal nicht mehr, diesem inneren Ich zu folgen, weil es eine eher rebellische Kraft ist, die versucht, geliebte Muster zu sprengen, sofern sie aus höherer Sicht - nun im Weg stehen.
Dann siegen auch manchmal die Muster. Und wenn z.B. eines dieser Muster sagt, man könne nur geliebt werden, wenn man immer genau das tut was andere von einem verlangen und man auch am besten immer genau deren Meinung ist, schwirrt man als Spielball von einem zum anderen, in ständiger, ängstlicher Anspannung ein Signal einer Meinung nicht richtig gedeutet zu haben.
So schwebt man manchmal jahrelang in einer naiven Grauzone und versagt sich so eine eigenständige Persönlichkeit entwickeln zu können, mit einer eigenen Meinung und die Kraft diese auch auszuhalten, also Standhaftigkeit.
Man kann damit aber weder Liebe erhalten, (man rennt dem - was man für Liebe hält - nur hinterher und erntet eher Hass aufgrund seiner selbstgemachten Labilität), noch wird man erwachsen werden können.
Erst die Entscheidung für seine Wahrheit, für sein Leben und die Akzeptanz seines Seins – so wie es ist – helfen diese alten Muster loszulassen.
Diese Befreiung macht verletzlich, öffnet aber das Herz erneut.
Und das Folgen der ethischen, spirituellen (goldenen) Regeln, bewahrt dieses geöffnete Herz.
Denn wir können nun diese Kraft in uns leben, ohne mehr Angst zu haben umzufallen. Und wenn wir dann doch mal am Boden liegen, weil alte Muster uns überrollt haben, haben wir ja die Kraft wieder aufzustehen!
So können endlich immer mehr Muster, denen man sich vorher bediente, erkannt und zur passenden Zeit losgelassen werden.
Warum beschreibe ich diesen Weg hin zu zur Mitte, hin zu dem was wir wahrhaft sind?
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Weil das Sein in dieser Mitte Voraussetzung dafür ist, das Gute in anderen zu sehen, selbst dann, wenn er scheinbar ein eher „schlechter“ Mensch ist.
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Weil wir nur so erkennen können, dass alles „Böse“ was uns widerfährt, meistens selbst gemacht ist. Wir können also oft erkennen, warum etwas geschieht und sehen damit auch die Eigenverantwortung.
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Und Eigenverantwortung ist letztlich das, was die Welt für uns wieder gerecht machen kann.
Natürlich bleiben dabei Rätsel, bei Themen die wir beim besten Willen nicht nachvollziehen können oder unsere Eigenverantwortung erkennen lassen. Themen z.B. über das Kindersterben, Armut, Hunger, Krankheit, Umweltverschmutzung, Naturkatastrophen. Da bleiben dann oft nur Ohnmacht oder tiefes Erschrecken und eine Hilflosigkeit die oft sprachlos macht. Und auch Worte helfen dann kaum.
Auch diese Wahrnehmung ist echt, da ja auch aus unserer Mitte heraus und sie will ernst genommen werden. Sie zeigt uns unsere Kleinheit vor Gott und das ist gut so.
Denn diese Kleinheit zeigt, wie wenig wir vom Ganzen erfassen können. Wie in einem riesigen Puzzle befindlich, sehen wir nur einen Abschnitt auf einem kleinen Puzzelteil.
Und auch hier stützt uns unsere Mitte wieder. Denn aus ihr wird der Glaube, wird Vertrauen geboren. Glaube der bei konstanter Prüfung zu Wissen wird und schließlich zu einer Gewissheit, dass alles gut ist wie es ist. Dann vertrauen wir auch in Gott. Denn Gott ist allmächtig und er kann und wird immer und jederzeit eingreifen sofern er es für richtig hält.
Der Drang des Menschen alles 100% erklärbar zu machen, entspringt dem Wunsch der Kontrolle.
Und wer 100% Kontrolle braucht, hat Angst.
Wer in Angst ist, kann nicht in Liebe sein.
Und wer nicht in Liebe ist, der ist nicht wirklich bei sich.
Allerdings ist es unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass wir uns Wissen zu unseren Themen aneignen! Das Leben selbst diktiert diese Themen automatisch, man muss also nicht suchen, sondern man hat sie einfach, denn es sind immer die Themen die uns angehen, mit denen wir also in Resonanz sind.
Denn nichts ist fahrlässiger, als seine Lebensthemen einfach nur auszusitzen, ohne wirklich wenigstens den Versuch zu starten, sich Hintergrundwissen hierzu anzueignen (unter Gottes Führung), damit man die Gründe und Ursachen wenigstens soweit verstehen kann, dass die Angst verringert werden kann, um schließlich in Liebe aufgelöst zu werden.
Der Unterschied zwischen dem Willen einer 100% igen Kontrolle und der ethischen Pflicht der Wissensaneignung ist der, dass im ersten Fall angenommen wird, dass der Mensch alles erfassen könnte (Hochmut) und im 2ten Fall einfach gewusst wird, dass zwar vieles erlernt und verstanden werden darf (sofern man überhaupt bereit ist diese Anstrengung der Wissensaneignung auf sich zu nehmen), aber gleichfalls grundsätzlich angenommen wird, dass man niemals alles erfassen kann! Man hofft dabei also, dass Demut den Weg begleiten mag und bittet Gott täglich darum.
Unsere Schwächen helfen dabei, sofern sie gesehen werden wollen und können, die Kleinheit vor Gott zu begreifen.
Der Blick auf die Stärken hilft eine gesunde Balance zu schaffen, damit man sich auch traut seine Stärken anzunehmen und auszubauen.
So kommt man schließlich in eine gesunde Balance, die vor Realität und Wahrheit nur so strotzt, weil man nun endlich alle Kräfte, die vorher für Verdrängungsarbeiten aufgebracht werden mussten, zur Verfügung stehen, um den Blick auf des wirklich Wesentliche und Wichtige im Leben zu lenken: zunehmend weg von sich und zunehemend hin zu Gott, hin zum Dienst für (und mit) andere.
Noch ein Wort zur Liebe, denn sie kann missverstanden werden.
Es ist keine süße Liebe die alles gutheißt oder die immer nett zu sein hat. Nein!
Diese Liebe ist vor allem Echtheit: mal fröhlich, mal wütend – mal stark, mal schwach - mal groß, mal klein - mal laut, mal leise - mal fleißig, mal träge.
Aber sie hält sich dabei natürlich, an die spirituellen Gebote von Fairness, Respekt und einer sachlichen Freundlichkeit. Sie ist dabei voller Lebendigkeit in uns und sie ist immer echt. Zuerst umarmt sie den Träger und dann die anderen.
Sie will grundsätzlich das Gute, sie will Gerechtigkeit und sie ist ehrlich, selbst dann wenn sie später feststellt, dass das Gute, dass sie belebte, gar nicht wirklich so gut war - aus welchen Gründen auch immer.
Und das ist das Schöne! Liebe ist beweglich, verzeiht und kann niederreißen, um wieder neu aufzubauen.
Das Studium der kosmischen Gesetze wie z.B. des Karmas, der Wiedergeburt, der Analogie und mehr können helfen Verständnis zu entwickeln. Ein Verständnis das hilft, sich in Gott fallen zu lassen, ihm zu vertrauen.
Und dann ist auch das Leben nicht mehr ungerecht, denn wir ernten ja letztlich nur was wir säen und erhalten das, was für uns am Besten ist.
Immer, ausnahmslos und ganz egal ob wir das verstehen können.
Das Leben bleibt also spannend.