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Beziehung in der neuen Zeit - 1 - Bestandsaufnahme

Gerade fühle ich mich frei. Gestern noch war ich wütend und sprach es aus.

Ich hatte geglaubt wir wären schon weiter. Hatte geglaubt wir könnten jetzt gemeinsam das Leben teilen. Frei. Frei Voneinander und doch zusammen. Und in Freude dabei.

 

Ich brauche meine Partnerin nicht mehr. Harte Worte? Nein. Worte mit Liebe. Bedingungsloser Liebe. Ich bin so erfüllt vom Leben, dass ich nichts mehr brauche, außer das, was ich gerade habe. Und auch dann wenn ich nicht mehr habe, was ich jetzt habe, so wird immer da sein, was ich gerade brauche.

Ich muss mich noch ein wenig daran gewöhnen, an diese Freiheit. Eine Freiheit, die mir das Wissen schenkt, dass ich immer genau das habe was ich brauche, jedoch dabei nichts mehr festhalten muss.

 

Es ist wie es ist. Und es war schon immer so. Früher litt ich noch darunter. Jetzt lasse ich alles los, bevor das Leiden beginnen könnte.

Ich dachte immer Leiden und Schmerz sind dasselbe.

Weit gefehlt! Denn während der Schmerz zum Leben gehört, zum Leben innerhalb der Dualität, ist Leiden selbst gemacht, durch den eigenen Widerstand.

Vielleicht braucht es erst die Einsicht, dass Schmerz und Leiden nicht dasselbe sind? Ich weiß es nicht. Ich blicke zurück und sehe einfach nur. Und bin erleichtert darüber, nicht mehr dort zu sein, wo ich war.

Und während ich meine Partnerin betrachte und zuweilen mein einfaches Zusammensein mit ihr geniesse, sehe ich, wie sie mich und die Dinge, die sie für schön hält, festzuhalten sucht und damit ihrer Angst folgt, den schönen Flow des Jetzt verlieren zu können. Und merkt nicht, dass sie ihn genau durch ihr Festhalten verliert.

Ja, ich kenne diesen Drang, das schöne Festhalten zu wollen. Dabei halte ich ja nur meine Meinung fest, was schön ist. Und das Leben zieht weiter, während ich immer dann wieder leide, in Zeiten, die nicht mit meiner Meinung eines schönes Lebens übereinstimmen.

Jedenfalls war es früher so.

Festgehalten werden ist jetzt schrecklich für mich!

 

Ich spüre Erwartungen, die ich nicht erfüllen kann.

Ich kann auch nichts mehr Versprechen, auch wenn ich allen Zukunftsträumen meiner Freundin über unser Zusammensein zustimme. Aber ich bin „Jetzt“ in dieser Zustimmung. Ein Versprechen für Morgen, würde mich rauskatapultieren aus dem Jetzt. Mich unter Druck setzen, auch wenn es mir ganz leicht fällt meine Zukunft mit ihr auszuschmücken.

Genauso leicht und freudvoll fiel es mir heute, mir vorzustellen, dass ich alleine lebte.

Das hat mich erschrocken, weil ich das so noch nie erlebt habe. Diese Freiheit, das alles kommen kann wie es kommt und ich damit einverstanden bin.

 

Aber sobald ich wieder vereinnahmt werde von Erwartungen, Meinungen, Bewertungen und auch von den Vorstellungen, wie eine Partnerschaft zu sein hat, wird mir das Gestern, also die Vergangenheit wie ein Karton übergestülpt.

 

Und das macht mich wütend! Das ist nicht mehr das was ich will und brauche.

Ich möchte Frieden im Herzen. Und den habe ich nur, wenn ich mich dem Moment hingebe. Dem Moment des Lebens, meines Lebensplanes, dem Zufall, der Willkür dem Schicksal sozusagen, welches mir irgendwie das Gefühl gibt frei zu sein, auch wenn ich weiß, dass die Liebe mein Leben schon lange vorgezeichnet hat und ich nicht wirklich frei bin, sondern nur meinem Plan folge.

Der Plan heißt: Glücklich sein.

Also mache ich mein Herz weit auf und stelle keine Bedingungen mehr. Ich frage nicht: was brauche ich um glücklich zu sein? Ich gebe mich dem Leben hin, das genau weiß, was ich brauche dafür. Und es hält auch schon alles bereit.

 

Wenn ich dann meinen Impulsen folge, die nicht planbar sind, dann ergibt sich daraus alles, was gerade wichtig ist für mich. Wichtig um im Frieden, bei mir, zu bleiben.

Wenn Jemand diesen Flow des Jetzt kennengelernt hat, dann mag es für den Partner schwierig sein - für einen Verstandesmenschen, der die Vergangenheit (bewusst oder unbewusst durch nicht erkennbare Programme) als Maßstab nimmt – ihm zu folgen.

 

Aber er täte gut daran, aufzuhören zu diskutieren. Sich der Stille hinzugeben. Ins Jetzt zu kommen, fließen zu lassen und alle Bedingungen loszulassen.

 

Ich weiß nicht ob das geht, ob man das Jemanden erklären kann, weil ohne Hirn, geht das Verstehen ja nun nicht. Und doch ist vor allem das Hirn auszuschalten, will man die Lebendigkeit des Lebens – in all seinen Facetten – auskosten und damit ins „Einverstandensein“ gelangen: Ins-alles-was-ist.

(c) Claudia Scherreiks

 

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

 

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

 

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

 

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