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Beziehung in der neuen Zeit - 6 - Das Umfeld

Wenn ich Impulsen folge, dann ist das – ehrlich gesagt – nicht immer ganz freiwillig.

Manchmal bin ich entsetzt, weil ich schon vorher sehen kann, wie mich die Impulse ganz konkret mit meinen Ängsten konfrontieren.

Aber inzwischen haben diese Impulse so eine Dynamik, dass ich mich diesen nicht mehr entziehen kann. Ich kann es vielleicht ein wenig hinauszögern, aber auch nur vielleicht.

Den Schritt der folgen wird, kann ich nicht verhindern.

 

Und da ich auch längst gemerkt habe, das jedes Hinauszögern den Schmerz allenfalls verlängert, sehe ich jetzt auch immer schneller ein, dass ich loslassen darf und mich vertrauensvoll ins Leben begeben kann, auch wenn wir mal wieder meine Ängste um die Ohren fliegen dabei. Es wird ja auch immer milder und die Dramatik verliert zunehmend ihre Stärke.

Und die Liebe und Freude, die ich vorab spüre, so ins dunkle hinein gewissermassen  - ohne zu wissen was eigentlich bei rauskommt -, überzeugt mich zunehmend, diesen Impulsen nun unmittelbar zu folgen.

 

Eine Angst  - die ich beim Impuls zur Trennung spürte – war, neben dem Angst vor dem Trennungsschmerz, die Angst vor der Gruppenmeinung, dem des Lesbenstammtisches.

Schon beim Versuch der letzten Trennung letztes Jahr, konnte ich sehen, wie schnell sich dort Lager bildeten, die mich dabei eher nicht gut wegkommen liessen. Warum auch immer.

Und so eine Schuldrolle ist echt nicht leicht auszuhalten.

Also war nicht leicht auszuhalten, jetzt ist es ja schonmal viel leichter.

Doch solche Fronten sind nun mal Bestandteil des Lebens innerhalb der Dualität.

Da fällt es natürlich schwer, nicht Stellung zu beziehen oder zwei Meinungen, zwei Menschen „unbeurteilt“, das tun zu lassen, was sie eben tun.

 

Solange wir die Sicherheit nicht in uns selbst fühlen - eine Sicherheit die frei steht -, brauchen wir einfach ein „Lager“ oder eine „Meinung“. Und das geht auch mir oft so, obwohl mir in Zeiten der Klarheit, das innere Wissen was anderes empfiehlt. Das ist halt der Übergang. Alles ist gut.

Und so kam es, wie es kommen musste. Meine öffentliche Stellungnahme verschlimmerte das ganze noch. Meine nüchterne Betrachtung der Situation, wurde als verletzend empfunden.

Meine Erfahrungen als Sektengequatsche weggewischt. Man warf mir vor „den Verstand verloren zu haben“, „verrückt geworden“ zu sein oder „keine Liebe zu haben“.

Es war auch schlimm für einige, dass ich mich nicht an die unausgesprochenen Regeln hielt. Z.B. ein Abschluss-Dankes-Schreiben in der WhatsApp Gruppe des Lesbenstammtisches zu schreiben. Ich hab das dann noch über eine Bekannte dort nachträglich einfügen lassen, weil ich es auch irgendwie schade fand, dieses abrupte Ende. Ich bedankte mich und bat um Tröstung für meine Freundin, weil ich das jetzt nun nicht mehr machen könne.

 

Aber dieses abrupte Ende, war ja auch nur die Konsequenz des Impulses – jetzt einen Schlussstrich zu ziehen. Ein für alle mal. So blockierte ich alle, die mit mir streiten wollten und trat aus allen Gruppen aus, bei denen ich es für richtig hielt.

Ich kann mir aber vorstellen, dass auch diese Handlungen wieder den ein oder anderen hat sauer aufstoßen lassen. Aber da habe ich keine Einfluss drauf. Und jetzt verliert sich auch immer mehr das Bedürfnis, irgendwie Einfluss nehmen zu wollen. Keine Rechtfertigung mehr. Ruhe im Pott.

Ich bin, wie ich bin und darf das auch sein.

 

Die Rollen waren also auch hier also wieder vergeben – Täter/ Opfer.

Klar, dass dies in meinem Gefühlscocktail rührte.

In diesem ganzen emotionalem Durcheinander, sagte mir eine gute Freundin: „Nimms nicht persönlich.“

Und ich konnte das dann auch wieder klar sehen: Niemand sah mich persönlich.  Das ganze war eine Egowelle, die eine „Schubladenmeinung“ zu verteidigen suchte. Jede Resonanz - von meiner Seite aus - darauf, hätte das jetzt insgesamt nur noch verstärkt.

Das ist sowas wie der Gipfel von Fremdsteuerung. Da verteidigen wir etwas, was gar nicht wir selbst sind. Ist ja auch klar.

Aber so bewusst, war mir das in diesem Moment dann doch nicht.

 

Und jetzt bitte nicht wieder gleich an die Decke gehen! Alles was ich tue ist die Hintergründe aufzudecken. Ich greife nichts und niemanden an. Wer das so wahrnimmt, kann es aber durchaus als Chance nutzen, sich der Angst dahinter einmal bewusst zu werden.

Denn wenn wir Angriff wahrnehmen, dann nur, weil sich der „kleine Willi“ (das Ego) angegriffen fühlt. Und dieses Ego verteidigt die Vergangenheit, weil es seine Struktur ist, weil er daraus besteht. Und weil es unangenehm ist, wenn sich die Dinge, Themen und Überschriften - mit denen man sich identifiziert hat - einfach auflösen.

 

Die Seele, im Jetzt, ist im Frieden.

 

Und die Wahrnehmungsfähigkeit dieses Friedens, wird im gleichen Maße zunehmen, wie sich die Vergangenheit verabschiedet und damit auch die falschen Identitäten. Und darum geht’s.

Deshalb macht die Einheit, die diesen Frieden auslöst, auch frei, weil sie alles auflöst was Trennung ist.

(c) Claudia Scherreiks

 

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

 

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

 

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

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