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Beziehung in der neuen Zeit – 7 – Innere Leere - innerer Schmerz

Vor ein paar Jahren googelte ich den Begriff „innerer Schmerz“, den ich damals gerade extrem fühlte. Was ich fand, war ein Fachartikel, über den Umgang mit „innerer Leere“.

Auch wenn ich nicht wirklich Gemeinsamkeiten zwischen dem Begriff „innerer Leere“ und meinem Befinden damals sehen konnte, las ich den Artikel.

Ich weiß jetzt keine Einzelheiten mehr, aber ich erinnere mich an das Gefühl, welches ich damals hatte. Diese Leere konnte ich nachvollziehen. Und ich konnte mir vorstellen, dass wenn man sie kollektiv wahrnehmen könnte – und sie sich dadurch also Tausend- oder Millionenfach multiplizierte – dass das meinne tiefen, inneren Schmerz erklären könnte.

Immerhin ist diese Innere Leere schon oft ein Grund für Menschen gewesen, sich das Leben zu nehmen. Und ich war damals auch nicht weit davon entfernt.

Mein Plan sah aber anders aus.

 

Was hat innere Leere nun mit den Beziehungen in der neuen Zeit zu tun?

 

Eine Menge!

Als ich mich trennte, ploppten erstmal jede menge Gefühle hoch. Das beschrieb ich ja schon.

Da ich gleichzeitig auch eine tiefe Ruhe empfand, wusste ich, dass dieses Gefühls-Ploppen nur Oberflächengekräusel war. Das war zwar sehr unangenehm, aber insgesamt fühlte ich mich sicher.

Eine Beziehung, innerhalb der Dualität, ist ja vor allem ein Füllversuch - unserer inneren Leere - die bedingt ist, durch die Dualität selbst.

 

Denn Dualität bedeutet Trennung. Sie setzt Trennung voraus, denn sonst wäre sie ja Einheit.

Und weil sie nicht Einheit ist, entstehen Bedürfnisse und Sehnsüchte nach Einheit, dessen Fehlen zwar bemerkt wird, aber nie durch das Außen gestillt werden kann. Es wird aber immer wieder versucht.

Es wird also gesagt: OK. Wir sind getrennt und dadurch fühlen wir Mangel. Aber ich will Einheit. Also brauche ich Jemanden/ Etwas – um meinen Durst nach Einheit stillen zu können.

Und dieser Ansatz funktioniert nicht, weil er selbst bereits Widerstand ist.

Ich will Einheit“ ist bereits Widerstand. „Ich brauche Etwas“ ist der der nächste.

 

Die Lösung ist: Das Einverstandensein, mit dem was ist.

 

Denn dann sage ich: Oh, so ist das also. Und tue erstmal nix außer dieser Bestandsaufnahme. Ich sehe einfach nur, wie es ist. Sehe die Situation. Sehe meinen Mangel. Ich sehe meinen Widerstand. Ich fühle die Gefühle, die dabei hochkommen. Sehe das Dilemma. Und wenn es was zu tun gibt, sehe ich es jetzt auch, aber nun aus der Ruhe, aus der Stille heraus.

Das ist jetzt nur völlig undramatisch, einleuchtend und kompromislos.

In dem Moment wo ich einverstanden bin mit dem was ist, nehme ich meinen Platz ein im Ganzen. Dann fliesse ich mit. Und in diesem Fluss erst, nehme ich die Fülle wahr. Und verliere damit auch das Gefühl der Trennung.

Wenn diese Fülle innerhalb einer (noch) dualen Beziehung – erstmal bei einem von beiden auftritt - und so wird es wohl vermehrt noch sein – dann fühlt der eine Fülle, während der andere seinen Mangel wahrnimmt.

Und während der eine kein Bedürfnis mehr hat, seine innere Leere - wie bislang ja auch, durch Äußerlichkeiten zu füllen, weil er keinen Mangel mehr hat, bleibt es bei dem anderen bestehen.

 

Und hier geht die Schere auseinander. Und es ist nicht leicht auszuhalten von dem Partner, der weiterhin vor allem die Dualität fühlt. Er sieht eine Veränderung beim Partner, ja.

Er kann ihr aber nicht folgen. Wie auch. Er ist ja weiterhin damit beschäftigt seine innere Leere zu füllen, während der andere scheinbar davon fließt. Und während er fließt, lässt er dabei alles los, was er vorher dazu benutzte, seine eigene innere Leere zu füllen. Und weil er sieht, das der Partner immer mehr darunter leidet, lässt er vielleicht auch ihn schließlich los. In Liebe.

Endlich ist es Liebe.

Was hier im Außen nach Trennung aussieht, ist aus einer anderen Perspektive betrachtet endlich Einheit.

Und während meines Prozesses der Trennung, welcher ja im Grunde ein Prozess der Einheit ist, nahm ich diese Innere Leere, für einen Moment wieder wahr.

Der Partner, der wurde ja auch quasi rausgezogen aus mir, aus meiner inneren Leere. Durch meinen vorherigen Versuch, meine Leere durch ihn zu stopfen, füllte er ja auch irgendeinen Bereich in mir auf.

Sobald ich das sehen konnte, dankte ich der EINEN KRAFT und dem inneren Kreis für die Auflösung dieser inneren Leere. Jetzt ist sie fort.

(c) Claudia Scherreiks

 

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

 

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

 

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

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