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Beziehung in der neuen Zeit - 12 – Bewertungen

Neulich ist mir etwas passiert, was ich unbedingt mit euch teilen möchte.

Ich erzähl´s euch einfach erstmal.

Gerade war ich zu Hause mit Haushaltsarbeiten beschäftigt. Ich dachte dabei an nichts, sondern ging irgendwie völlig in meinem Tun auf.

Da hörte ich in mir die Frage: „Wie geht es dir?“

Eine scheinbar ganz normale Frage.

Was dann geschah habe ich - so bewusst - noch nie erlebt.

Ich beobachtete mich dabei, wie ich auf diese Frage reagierte. Ich war also weder der Fragesteller noch die Person die reagierte. Am meisten fühlte ich mich als ICH, in der Beobachterposition – obwohl ich auch keine Trennung innerhalb dieser verschiedenen Prozesse ausmachen konnte.

 

Ich beobachte also folgendes:

Zuerst sah ich mich verwirrt. Denn ich verstand die Frage nicht. Ich verstand weder den Sinn dieser Frage, noch wusste ich die Antwort.

Um an die Antwort zu kommen musste ich raus aus dem Zustand in dem ich mich befand. So als säße ich im meinem Herzen und müsste raus gehen, um zu sehen wie das Wetter ist.

Das war unangenehm. Weil, ohne es vorher gewusst zu haben, ging es mir sehr gut. Aus mir rauszugehen empfand ich gewissermassen als Gewaltakt. So als ob morgens Jemand in dein Zimmer stürmt und sagt: „Steh auf! Du musst in 2 Minuten fertig sein!“

Ich spürte Druck. Ich spürte Widerstand.

Dann war ich „draußen“ und damit erst in der Lage „das Wetter“ zu sehen, zu fühlen und beurteilen zu können.

 

Und da wurde mir zum ersten mal bewusst, was wir uns eigentlich damit antun, irgendetwas beurteilen zu müssen oder zu wollen. Es ist völlig unwichtig! Und nicht nur das, es zwingt uns auch aus uns raus – damit wir überhaupt antworten können.

Diese Erfahrung stellt damit mal wieder so ziemlich alles auf den Kopf, was ich bisher gelernt habe.

Ich hatte gelernt, dass es wichtig ist, sich zu fühlen und dadurch bei sich zu bleiben.

Jetzt erfuhr ich, dass um mich „fühlen“ zu können, erstmal raus musste aus mir.

 

Früher konnte ich mich kaum fühlen. Zu schlimm war der Schmerz, den ich auf diese Weise ja mitfühlen musste. Dann kam eine Zeit, in der ich nichts mehr unterdrücken konnte. Es fühlte sich durch mich durch. Ich litt oft, weil das meistens sehr vernichtende Gefühle waren.

Die letzten Monate glichen eher einer blinkenden Discokugel – allerdings gingen die Gefühle dabei in beide Richtungen: also von „wunderbar“ bis „ganz schrecklich“.

Jetzt ist es so, dass sich in mir eine Mitte gefunden hat, in der ich "friedlich-Sein" kann ohne das es von Bedeutung wäre, wie es „mir geht“.

Es ist nicht neu dieses Seinsgefühl. Ich kenne es als im Flow-Sein. Es fliesst einfach und ich fliesse mit. Es ist absolut. Durchdringend. Auffüllend. Ohne, dass ich starke Gefühle zuordnen könnte oder wollte oder müsste.

Es ist also gewissermassen ein kuscheliger Wohlfühlraum, den ich nicht verlassen möchte. Aber ohne, dass ich darauf pochen würde. Ich merke immer dann, dass es mir im Flow gut geht, wenn ich diesen Seins Zustand verlasse.

Er ist Stille. Einfaches Sein. Sanfter Fluss. Leben. Ohne Wertung, ohne Erklärung, ohne Angst.

 

Ja, so in etwa fühlt sich das an.

 

Und auch der Verstand kommt jetzt mit, weil ich durch diese bewusste Erfahrung auch endlich verstehe, warum diese ganze Wichtigtuerei rund um bewerten und Meinungen haben müssen und überhaupt rund ums „Wissenwollenmüssen“, völlige kontraproduktiv ist.

Sicherlich habe ich Meinungen und brauche sie hier auch innerhalb der Dualität. Aber ich spüre, dass es sich jetzt verändert. Die Extreme bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu. Die Ausschläge werden weniger.

Und das, wo es doch gerade so aussieht als ob die Welt nie Extremer war?

Ja! Genau jetzt!

Es ist das Aufbäumen der Extreme, die sich im Schmerz ihres Widerstandes winden.

Aber das geht vorbei.(c) Claudia Scherreiks

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

 

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

 

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