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Beziehung in der neuen Zeit - 15 – Schuld

Gerade sah ich auf Facebook einen geteilten Beitrag, Filmszenen - heimlich aufgenommen – welche zeigten, wie Jemand sehr unsanft mit Schweinen umging.

Der Kommentar dazu war aber auch nicht besser: er verurteilte den Menschen, der auf diesem Video zu sehen war auf schlimmste.

Solche Videos und Beiträge lähmen mich immer irgendwie.

Was mich lähmt ist nicht der Inhalt der Beiträge und Videos, denn die Abgründe des Menschen sind mir – durch mir selbst – bekannt. Mich lähmt, wenn ich sehe, wie die Menschen damit umgehen.

Die Verurteilung. Die Anklage. Diese öffentliche „Hexenverbrennung“, die heutzutage durch solche Bloßstellungen im Netz geschieht. Und vor allem auch: das Teilen solcher Beiträge...

Ich kann die sich fingerreibende, lachende Lust, dass sich weiden an diesem Ungemach - dahinter sehen...

Manchmal habe ich wütende Impulse darauf zu antworten. Ich tue es aber nicht, weil auch meine Anklage Schuldzuweisung wäre. Und doch ist da das Bedürfnis, es einmal – „ein-für-alle-mal“ ans Licht zu bringen.

Vielleicht würde ich antworten: „Ja siehst du nicht, was du anrichtest?!“ Wo dein Fokus liegt? Spürst du nicht, dass du versuchst deiner eigenen Schuld zu entkommen?! Dass du versuchst, durch den Fingerzeig auf die Schuld anderer, selbst für einen Moment etwas besser dazustehen?! Fühlst du deine Geilheit, die sich an diesen Dingen ergötzt eigentlich?“

Gleichzeitig möchte ich dann am liebsten an diesen Menschen rütteln und sie bitten aufzuhören solche Videos, auf diese Art zu teilen.

 

Ein Hinweis auf Greueltaten – egal welche Formen sie auch annehmen – kann nur dann sinnvoll sein, wenn sie klar und nüchtern einer Bestandsaufnahme zur Bewusstwerdung dienen.

Schuldzuweisungen, Verurteilungen und Hinweise auf die krankhaften Extreme unsere Welt innerhalb der Dualität, bringen nichts, sofern der Hinweis nur deshalb erfolgt, um von eigenen schwarzen Flecken abzulenken oder den Sadismus an sich zur Schau zu stellen.

 

Das ist nur die Verbreitung von Sadismuspornos, an der sich alle aufgeilen, die damit in Resonanz gehen. Es bedient und füttert den kollektiven Schmerz-, und Schuldkörper, ohne anderen Zweck, als diesen zu nähren. „Oh wie geil!“ denkt er. „Da ist jemand schuld! Lecker!“

Das kotzt mich ehrlich gesagt gerade nur noch an.

Eine nüchterne, einmalige Bestandsaufnahme reicht vollkommen.

Ja, so ist das also“ – dazu reicht manchmal schon ein einfacher Text.

Diese Bilder der menschlichen Abgründe, lösen in mir keine Schuldzuweisungen mehr aus.

Es ist Trauer, es ist Schmerz und es ist Dankbarkeit, weil ich fühlen darf, dass jetzt sofort die Liebe da durch fließt.

 

Liebe. Sie nimmt die Formen an von:

- Verständnis, dass die Dualität nicht anders hat enden können, als in diesem extremen Auswüchsen von Schuld und Anklage.

- Gewissheit, dass diese Bilder bald zu Ende sind – sobald wir gemeinsam in der Einheit angekommen sind.

- Dankbarkeit, dass ich auch endlich was tun kann, indem ich still die Generalamnestie und Kräfte der Einheit dahinein einlade.

- Und Freude. Freude darüber, dass ich schon jetzt die Einheit fühlen darf und Freude über die Aussicht, dass es immer mehr so sein darf. Für mich und für alle Wesen dieser Welt.

 

Schuld ist ein Ausdruck dieser Welt. Schuld zu fühlen bedeutet Schmerz. Und damit wir ihn etwas besser ertragen können, weisen wir sie von uns. Und damit wir sie von uns weisen können, müssen andere herhalten, als Platzhalter dieser Schuld.

 

Ja, das ist der schreckliche Ausdruck von Dualität und erklärt auch, warum wir uns in unseren Schubladen verstecken. Weil innerhalb unserer Schublade, da ist (scheinbar) keine Schuld!

 

Wir haben sie ja in die anderen Schubladen gekehrt. Bei uns, ja da ist nur Liebe. Glauben wir jedenfalls. Und zwar solange, bis wir es wagen diese Schubladen zu verlassen. Ist schon klar, warum die meisten da lieber in ihren Schubladen hocken wollen, anstatt da mal rauszugehen um so reflektieren zu können, dass der Aufenthalt in diesen Schubladen – egal wie wir sie auch nennen - es nicht vermögen uns den Schmerz der Schuld zu nehmen.

 

Und jetzt, im Übergang zur Einheit, mit seinen sanften, zarten ersten Erfahrungen der Liebe ohne Schuld, darf jeder dort ankommen wo die Schuld fehlt: In der Unschuld.

 

Und diese Unschuld, sieht nicht nur die eigene Unschuld, sondern sie sieht die Unschuld aller Wesen. Diese Sicht der Einheit ist es, die diese ganz zärtliche Liebe in dir wahrnehmbar macht.

Sie möchte schützen, helfen und vermag es dadurch, die Last der Schuld selbst zu tragen.

Für einen Moment nur übernehmen wir also die Verantwortung für alles was uns berührt.

 

Solange, bis der Schmerz - durch die Unschuld selbst, die dahinter zum Vorschein kommt - hinweg geleuchtet, hinweg geatmet wird. Ich glaube diese Worte beschreiben ganz gut, wie sich Liebe anfühlt.

Sie kann alles annehmen, ist bereit die Last der Verantwortung zu tragen, weil sie erkennt, dass in der Dualität keiner unschuldig ist, da alles miteinander verbunden ist.

Und weil sie gleichzeitig auch sehen kann, dass alle unschuldig sind, eben weil alles miteinander untrennbar verbunden ist. Dieser Shift ist es, der den Schmerz auflöst.

Die Schubladen werden langsam durchsichtig und lösen sich immer mehr auf.

 

Es ist am schmerzhaftesten für die, die sich diesem Prozess entgegenstellen, dadurch dass sie an den Identitäten festhalten, die Ihnen diese Schubladen gegeben haben.

 

Und es ist am leichtesten für diejenigen, die offen bleiben für Veränderungen.

Staunend. Die vertrauen möchten, auch wenn es mal kurz dunkel wird oder es weh tut.

Eben für die, die den Blick in Richtung Einheit halten.

(c) Claudia Scherreiks

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

 

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

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