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Beziehung in der neuen Zeit – 16 – Sexualität (1- Abhängigkeiten)

Irgendwie hatte ich mir das spektakulärer vorgestellt.

Also, jetzt dieses Thema Sexualität anzugehen, meine ich.

Als ich vor einigen Jahren den Input bekam, dass ich einmal über dieses Thema schreiben würde, da lief es mir heiß und und kalt den Rücken runter.

Mit der Kneifzange hätte ich dieses scheiß Thema nicht anfassen wollen.

Und doch, fühlte ich rein in diese Vorstellung, alle die für mich wichtigen Antworten über dieses Thema zu haben und darüber schreiben zu können. Und das fühlte sich rund und gut an.

 

Heute kam er nun dann: der Impuls über das Thema Sexualität zu schreiben.

Es wird mehrere Teilbereiche geben, weil dieses Thema sehr komplex ist.

Den ersten Teil werde ich als Blogartikel veröffentlichen.

Die anderen Teile wird es dann im Buch zu lesen geben.

 

Sexualität (1 - Abhängigkeit)

Sexualität (2 - Magie)

Sexualität (3 - Prostitution)

Sexualität (4 - Liebe)

Sexualität (5 - Homos und Heteros)

Sexualität (6 - Sexualität versus Spiritualität)

Sexualität (7 - Perversionen)

Sexualität (8 - Selbstbefriedigung)

Sexualität (9 - Frieden)

 

Da muss ich dann jetzt doch schlucken. Ich hatte nicht mit so vielen Teilbereichen gerechnet.

Aber nun denn. Es fühlt sich rund an.

 

Abhängigkeiten innerhalb von Beziehungen, entspringen vielerlei Natur. Auch wenn sie eine Gemeinsamkeit haben: Sie sollen alle von Außen unsere inneren Löcher füllen. (Der sexuelle Akt selbst, stellt dies, aufgrund der körperlichen Vereinigung ja auch nochmal ganz plakativ dar.)

Da gibt es z.B. die finanzielle Abhängigkeit (gefördert auch durch das Mann/ Frauenbild).

Oder die Abhängigkeit bedingt durch alte Konditionierungen (Typen-Abhängigkeit – darunter fällt auch der sogenannte „Vaterkomplex“, den ich z.B. eine Weile hatte).

Oder die Abhängigkeit der Gewohnheit. Das passiert recht häufig. Da mag man dann irgendwann nicht mehr ausbrechen, weil es zu anstrengend erscheint, die Schubladen zu verlassen, auch wenn`s mehr schlecht als recht läuft.

So vielfältig wie das Leben selbst, sind eben auch die Abhängigkeiten die die Menschen entwickeln können.

 

Abhängigkeit innerhalb der Sexualität bedeutet vor allem erst einmal, dass man Sex braucht. Weil sonst würde etwas fehlen. Und diese Wahrnehmung, das etwas in uns fehlt – also die Wahrnehmung der Trennung, die tut weh. Im Leben innerhalb der Dualität geht es ja vor allem um Schmerzvermeidung. Deshalb suchen wir immer das, was uns gute Gefühle beschert und versuchen das zu meiden, was uns weh tut.

Der Trieb bringt uns dazu, dieses Feld der „guten Gefühle“ über die Sexualität zu bedienen und zwar immer im Rahmen unserer Schubladen.

Diese Schubladen wiederum bedingen das weit gefächerte Themenfeld rund um Sex.

 

Allerdings bedingt gut ja böse, schön bedingt hässlich. Reich bedingt arm. Wir könnten jetzt endlos Beispiele aufzählen, die die 2 Medaillen der Dualität beschreiben.

Leere bedingt Fülle. Ich kann es echt verstehen. Sie tut sooo weh, diese Leere. Da will ich auch lieber „voll“ sein. Ob wir uns mit Sex, Alkohol, Arbeit oder Sport füllen – das mag je nach Schublade unterschiedlich sein. Schrecklich ist aber irgendwie immer.

Als ich 16 war, begann meine sexuelle Karriere sozusagen. Ich mochte Sex nicht besonders. Irgendwas störte mich daran immer. Entweder ich empfand den Akt selbst als schmutzig, oder ich litt unter der Häufigkeit, die meine Partner forderten.

Mit 16 lief ich damals von zu Hause fort um bei einem 40 Jahre älteren Mann zu leben. In Schweden.

 

Er war damals trockener Alkoholiker. Aber dafür ein nasser Sexualiker.

Die Abhängigkeiten verlagern sich eben meistens nur, weil die Ursache die gleiche ist.

Wenn wir 3 Tage nicht miteinander geschlafen hatten, dann gab`s immer Drama: „Du liebst mich nicht mehr!“ Oh, Mann! Was hab ich das gehasst: Diese Dramen mitsamt dem sexuellem Gedöns gleich mit.

Aber ich lernte, dass ich damit auch eine gewisse Macht hatte. Ich bot Sex an, um das Gefühl zu haben, geliebt zu sein. Der Partner bot mir das Gefühl an „geliebt zu sein“, um an Sex zu kommen. Wir bedienten damit unsere unterschiedlichen Schubladen.

 

Ein Deal. Mehr nicht. 90 % Schmerz für 10% Glück?! Also ein schlechter Deal.

Glücklich war auch keiner von uns.

 

Dieses Beispiel beschreibt ganz gut, das Tauschgeschäft, welches hinter den Kulissen stattfindet, nach außen hin aber als völlig normal und „gesellschaftsfähig“ gilt.

Weil: es machen ja alle! Ganze Gesellschaftsregeln und Gesetze bauen darauf auf.

Mir wird schwindelig.

Alle unsere Konstrukte und Strukturen sind davon durchzogen. Kein Wunder, dass das nur schwer zu durchschauen ist.

Es wird jetzt aber deutlich: Das Thema Sex ist damit austauschbar. Je noch Schwerpunkt, Schublade und Konditionierung. Es soll etwas gefüllt werden, was sich leer anfühlt.

Die Ursache dieser Leere ist dabei immer die gleiche: Das Gefühl der Trennung.

Und auch die Sehnsucht nach „Liebe“, also dieses erfüllt sein, sich GANZ fühlen, kurzum: die Sehnsucht nach der Einheit, entspringt dem Gefühl der Trennung.

Sie kann aber nie durch die Grundlage der Trennung – also durch unsere duale Welt, von außen – gestillt werden.

Das kann nur die Einheit selbst. Von Innen. Und da geht’s ja jetzt hin.

Puuh! Ich bin immer wieder froh darüber.

© Claudia Scherreiks

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

 

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

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