Beziehung in der neuen Zeit – 17 – Der freie Wille

Ich muss lachen. Die Überschrift „Der freie Wille“ – lässt mich zuerst an: „Der freie Willi“ denken.

Es ist aber ein ganz liebevolles Lachen. Zärtlich. Umarmend. Denn alles hat seinen Platz im Leben.

Auf diesem Weg war ich ja auch eine Weile.

Auf dem Glaubensweg: „Mein Wille geschehe“ sozusagen.

Erst letzte Woche noch, sagte ich einer Freundin: „Also mit dem Thema, „freier Wille“ bin ich immer noch nicht durch.“

 

Als heute der Impuls kam darüber zu schreiben, da wusste ich: „Jetzt aber.“

Und genau so läuft die Choreografie, also das Script unseres Lebens. Plötzlich ist dann einfach etwas da. Eine Erfahrung, ein Erlebnis, ein Wissen.

Wir haben hier auch keine Wahl.

Doch! Eine: Die Wahl unserer Reaktion auf das, was ist.

Diese Wahl entscheidet, ob wir leiden oder nicht.

 

Um ehrlich zu sein: ich leide manchmal auch ganz schön. Gerade gestern, waren die Energien so heftig, dass ich abends in einen „Null-Bock-mehr-darauf!“ - Modus verfiel.

Ich hatte - den ganzen Tag lang - eine Herzöffnung nach der anderen. Es berührten mich dermaßen viele Schmerzfelder der Menschheit, die sich durch mein Herz bohrten. Ich konnte auch keine Nachrichten gucken oder so, alleine der Weg zum Einkaufen reichte, um mich auszuhebeln.

Ich weiß: das sind alles nur Gelegenheiten, die Generalamnestie einzuladen. Und das tat ich auch.

Am Ende tat aber der ganze Brustkorb weh, das Atmen, ach, der ganze Körper. Die Tränenflüssigkeit war auch alle. An dieser Stelle mal eine Herzensumarmung für dich! Das geht auch wieder vorbei. Aber ich weiß es fühlt sich manchmal scheiße an. Mein Mitgefühl für dich, mein Herz an deinem!!!

 

Heute fühle ich mich total gerädert. Und bin gleichzeitig voller Klarheit.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, heute überhaupt schreiben zu können. Im Gegenteil: ich fragte mich gestern (Freitag) wie ich am Montag wohl meine Arbeit im Kindergarten schaffen sollte.

 

Jetzt macht vieles Sinn für mich, was ich früher nicht verstand. Meine zunehmenden Widerstände, der alten Strukturen gegenüber z.B.

Eine zeit lang arbeitete ich Konzepte aus. So richtig nach BWL Wissensstandard.

Und ja, eine zeit lang gaben mir diese Konzepte auch Halt. Inzwischen stören sie nur noch, weil die Liebe weiterfließen möchte. Sie fließt auch über meine Konzepte, Pläne und mein „Wollen-wollen“. Einiges löst sie auf, anderes wäscht sie klar.

Sie bestimmt den Tagesablauf. Sie lässt mich das tun was ansteht. Ohne Widerstände.

 

Heute z.B. wollte ich eigentlich gerne an meinem Film zur Generalamnestie arbeiten.

D.h. Vorerst noch an der Erlernung des Programms, welches ich dafür brauche.

Wenn ich da jetzt rein fühle, dann spüre ich Druck. Und Trost. Eile mit Weile. Es kommt. Aber vielleicht erst heute Nachmittag, vielleicht morgen.

Und das was ich tue ist jetzt diesen Text schreiben. Und auch dieser Text - der jetzt die Nummer 17 trägt, stand auf auf meiner Liste, die ich heute als Thementexte aufschrieb, eigentlich erst an Stelle Nr. 20. Die Texte die heute wahrscheinlich noch geschrieben werden, tragen die Überschriften: 17 - Rückzug, 18 - Depression, 19 - Gurus und Vorbilder.

 

Tja. So ist das mit dem freien Willen. Jetzt sind die Nummern andere. Ganz sanft lenkt uns die Choreografie des Lebens und vermittelt uns das Gefühl, es aus freiem Willen, entschieden zu haben.

Ganze Lebenskonstrukte von Menschen bauen ja darauf auf.

 

Menschen, die ich lange Zeit immer als Vorbild hatte, lehren das sogar heute noch. Sie schreiben Bücher darüber: „Entscheide dich!“ „Disziplin ist alles!“ und so etwas in der Art. Und jedesmal wenn ich nur kurz in den Inhalt reinfühle, da wird’s ganz eng um´s Herz, kalt und ich spüre Härte. Ich muss dieses Buch dazu nicht einmal besitzen.

Ich weiß dann, dass diese Texte, das Wissen aus der alten Zeit transportieren. Ja, das war auch gut und richtig so! Aber das ist nun auch ein Auslaufmodell.

 

Vor ein paar Monaten noch, zogen mich einige solcher Titel an.

Und ich teile diese Erfahrung jetzt, um euch an der Wahrnehmung des Unterschiedes teilhaben zu lassen: Zuerst zogen mich diese ganzen Persönlichkeitsentwicklungsbücher an. Einige verschlang ich regelrecht und war auch jahrelang, einfach nur dankbar darüber, sie gefunden zu haben.

Wenn ich etwas später dann nochmal reinlas, spürte ich da mitunter aber kein andocken mehr. Eine gewissen Neutralität machte sich breit und ich verstand meine Begeisterung darüber gar nicht mehr.

 

Aber noch immer kaufte ich das ein oder andere Buch. Nur um festzustellen, dass ich es nicht mehr lesen konnte. Ich hatte solche Widerstände, dass ich manchmal fast angeekelt war von dem Inhalt.

 

Inzwischen muss ich diese Bücher nicht erst kaufen. Ich „fühle“ kurz rein. Anders kann ich es nicht beschreiben. Es hat etwas von „scannen“. Ich weiß dann einfach, in welche Richtung es geht und ob da etwas „für mich“ drin steht, oder nicht.

 

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich verurteile diese ganzen Inhalte jetzt nicht. Es gibt sicher noch eine Menge Menschen, die genau diese Bücher brauchen und denen sie gut tun.

Aber das merkt dann jeder selbst. Worauf ich hinaus will ist, einfach darauf hinzuweisen, dass dieses „Freie Wille“ Konzept sich nun langsam auflöst.

 

Es steckt auch so viel Angst dahinter, es geht gar nicht anders! Es ist ja auch einfach furchtbar erschreckend, sich vorzustellen, man könnte sich falsch entscheiden. Unter den millionenfach- verschiedenen-Wege-Möglichkeiten der Menschheit, kann es einfach nur Angst machen, sich vorzustellen, ich müsste für mich „den richtigen Weg“ da heraus filtern.

In Anbetracht der Kürze des Lebens, ein Ding der Unmöglichkeit!

 

Und auch wenn ich meine Erinnerungen an Vorleben immer mal wieder für einen Fluch gehalten habe: in diesem Zusammenhang macht dieses Wissen dann doch wieder Sinn: Auch hunderte Leben reichen nicht aus, um „selbst“ mit Hilfe des „freien Willens“ den für sich „richtigen“ Weg zu ermitteln. Und was heißt schon „richtig“. Um ein „richtig“ entscheiden zu können, muss es ja erst mal eine ganze Bewertungsmaschinerie durchlaufen, die ich mir ja erst mal erarbeiten muss durch Meinungen, Überzeugungen: kurzum: Schubladen.

Nee, nee. Das hört jetzt zum Glück auf.

Ich empfinde es auch als die größte Entlastung: Ever!, dass ich mich nun endlich zurücklehnen darf ohne Suche mehr danach, was meine „Bestimmung“ ist. Ich lebe sie ja bereits. Wenn es eine andere wäre, dann würde ich ja was anderes tun und erfahren.

Dieser kurzer Einblick hinter die Kulissen könnte vielleicht helfen, dem ein oder anderen den Druck zu nehmen. Vielleicht den Schmerz lindern, der durch das Gefühl entsteht, nicht „richtig“ zu sein oder am falschen Platz zu stehen.

Du bist immer richtig. Alles was es zu tun gibt ist: „Das-was-ist“ anzunehmen. Das Beste daraus zu machen. Am besten: das Leben zu lieben wie es sich gerade zeigt.

Ich sag dir: in dem Moment wo der Druck raus ist „irgendetwas tun „zu müssen“, weil...“ da fängt der Fluss jener Wahrnehmung an, den ich als Fluss der Liebe erkenne. Er fließt über alles, was die Dualität je entworfen hat. Und löst alles auf, was nicht der Tiefe von Liebe entspricht.

(c) Claudia Scherreiks

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

 

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

 

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