Beziehung in der neuen Zeit – 19 – Vertrauen

Gerade fühle ich mich ein wenig unwohl, verlegen.

Gestern schrieb ich einen Text zum Thema Vertrauen. Und merkte nicht, dass er eher aus dem Kopf geschrieben war, als aus dem Herzen. Das passiert mir manchmal. Zum Glück wies mich Jemand darauf hin.

 

Und auch das gehört mit zum Thema Vertrauen. Deshalb beginne ich nochmal neu.

Es ist nicht schlimm, wenn Fehler passieren. Auch sie lösen nur Gefühle aus, die dadurch erst sichtbar werden. Ich muss  anfangen zu weinen... denn die Angst davor, Fehler zu machen, steckt doch noch ganz schön tief in mir.

Ich übergebe sie der Generalamnestie... lasse die Tränen laufen. Fühle. Da ist Scham. Angst. Auch Wut.

 

Na und?! Genau darum geht’s doch! Zu fühlen und aufzuhören Fragen zu stellen. Denn: verstehen kann ich die Zusammenhänge ja eh nicht. Und das ist auch nicht wichtig.

Jetzt öffnet sich der Boden unter mir. Ich falle.

Ich weine noch doller, weil ich Angst fühle. Denn ich kann nicht verstehen. Habe das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Nichts gibt mir gerade Halt.

Das fühlt sich unangenehm an. Und lässt die Tränen stärker fliessen.

 

Und so vergeht eine ganze Weile....

 

Jetzt erinnere ich mich daran, dass ich schon oft so gefallen bin.

Einmal schrieb ich darüber, mit einer Freundin. Und ich weiß vielleicht deshalb noch, dass es über Stunden anhielt.

Gerade habe ich aufgehört zu weinen. Denn ich erinnere mich jetzt auch wieder daran, dass dieses Gefühl des Fallens irgendwann aufgehört hat.

Jetzt wird es warm ums Herz. Ich lächle sogar ein wenig. Weil ich merke, dass ich wieder mal gelandet bin. Dass das Fallen aufgehört hat. Die innere Stabilität nimmt zu, auch wenn ich noch ein wenig zittere...

 

Als ich eben den Impuls aufnahm, und mich daransetzte, über Vertrauen zu schreiben, wusste ich nicht was dabei rauskommt. Das ergibt sich sowieso immer während des Schreibens. So ein „Live – Bericht“ des Fallvorgangs gefällt mir.

Das ist genau diese Art von Offenheit, bei der ich mich im Flow fühle. Bei der ich merke, bei mir zu sein.

Und muss dabei auch nichts Besonderes sein, oder besonders viel Wissen. Ehrlichkeit reicht.

Das ist auch fernab von belehren wollen. Diese Energie entsteht bei mir immer dann, wenn ich aus dem Kopf heraus versuche zu schreiben. Die Intention ist schon ehrlich gemeint. Und ich hoffe auch immer, dass ich irgendwen mit meinen Texten helfen kann.

Aber eine wirkliche Hilfe bin ich nur dann, wenn ich aus dem Herzen schreibe.

Das Gefühl zu Fallen hat für mich viel mit Vertrauen zu tun. Dann lasse ich das Problem los. Übergebe es der Generalamnestie. Währendessen weiß ich auch nix mehr, weil ich dann so sehr im Fallen bin. Alles was ich weiß ist, das ich sicher bin. Auch wenn es sich anders anfühlt.

Was ich gemerkt habe ist, dass die Zeiten des Fallens kürzer werden.

Alles andere ist geblieben. Die Intensität der Gefühle. Z.B. Angst, Wut und Trauer. Auch Verzweiflung und Schmerz. Seelischer und körperlicher Schmerz.

Vertrauen kann man nicht wirklich erklären. Dafür hat es zuviel mit fühlen zu tun.

Alleine dadurch, dass die „Fallzeiten“ kürzer werden, merke ich, dass ich immer schneller lande. Früher hätte ich gesagt: in die liebende Hand Gottes. Und es fühlt sich auch so an. Weil es Liebe ist, in die falle. Und in der ich lande.

Jedesmal wieder neu. Jedesmal ein bisschen erleichterter. Jedesmal ein bisschen befreiter.

Und ich könnte mir vorstellen, das Vertrauen irgendwann auch überflüssig wird, weil nur noch Liebe übrig ist...

© Claudia Scherreiks

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

 

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

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