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Beziehung in der neuen Zeit – 22 – Verurteilungsfreiheit

In letzter Zeit begegnete mir viel Verurteilung und damit auch alle Handlungen, die mit dieser Bewertungsmaschinerie einhergehen.

Angefangen von Skepsis über unschönen Argwohn, bis hin zu offenen Schuldzuweisungen und Anfeindungen.

 

Ich glaube früher hätte ich das nicht ausgehalten.

Aber jetzt.

Auch wenn ich mich in dieser Zeit gerade sehr fragil fühle, so bin ich in dieser Hinsicht doch glasklar.

Mich äußerlich so schwach zu fühlen und dabei doch wieder innerlich so stabil zu sein ist neu für mich.

Eine neue Form meiner Reaktionsfähigkeit, die nicht gekoppelt ist an äußere Umstände.

 

Es fühlt sich an wie Gelassenheit. Eine sehr verständnisvolle Gelassenheit. Sie lässt los, ohne je wirklich festgehalten zu haben.

Nimmt die sonst eher gewohnt impulsiven Reaktionsmuster der Vergangenheit mit, ohne sie zu verurteilen oder zu beurteilen. Es ist einfach wie es ist.

 

Konkrete Beispiele?

Gerne. Ganz nach meiner Manier eben.

 

Nehmen wir Sexualität. Damit kann jeder was anfangen.

Früher, vor allem in meiner asketischen Phase, habe ich ja auch Sexualität verurteilt.

Und darunter gelitten, wenn der Körper dann doch danach verlangte, obwohl ich ja ganz klar „beschlossen“ hatte „damit aufzuhören“...

 

Inzwischen lebe ich ja nicht mehr asketisch, merke aber immer wieder mal, wie da noch der ein oder andere Gedanke dranhängt. Und das fühlt sich nicht frei an, ist also ein Impuls für mich da noch einmal kurz hinzuschauen, um es transformieren zu lassen.

 

Erstmal sehe ich alles, was mit dranhängt. Und das ist alles, was man sich in Richtung Sexualität eben vorstellen kann: Fetisch, Sexsucht, Sehnsucht, sexuelle Perversionen, innerhalb von Hetero – oder Homosexualität. Eben alles was mit Leiden verbunden ist.

Viele Felder berühren mich direkt, anderes hängt sich kollektiv gleich mit dran.

Da spüre ich dann nur den Schmerz, der dahintersteht.

 

All das sehe ich. Fühle ich.

Währenddessen nehme ich gleichzeitig Ruhe wahr und Gelassenheit.

Es gibt nichts zu verurteilen.

 

Unschuld ist ganz stark zu spüren, auch wenn es mental ein leichtes für mich wäre, „Schuldanknüpfungspunkte“ in allen

Themen zu finden. Das ist ja auch nicht schwer. Verurteilen ist ganz leicht. Das kennt man ja.

 

Aber es ist ruhig in mir. Ich sehe es eben nur. Und es sagt nickend in mir: „Ja, so ist es.“

Liebevoll. Einatmend.

Und während ich sehe und atme, kann ich alles so stehenlassen wie es ist, ohne es verändern zu müssen oder wollen.

Und doch wissend, dass nichts so bleiben wird und kann, wie es ist.

Diese verurteilungsfreie Gelassenheit ist neu. Und friedlich.

 

Und so, wie ich meine Themen sehe, sehe ich auch die Themen der anderen.

Verstehe ihre Angst. Sehe ihre Herzmauern und Abhängkeitsmuster dahinter. Nun aber ohne Drang, es ihnen sagen zu müssen. Es löst sich jetzt ja eh von alleine auf.

 

So wie bei mir. Ganz unscheinbar.

Und wenn es auch manchmal ganz zäh langsam erscheint, dann schreitet es rückblickend doch in einem Tempo voran, welches

die Welt noch nicht gesehen hat.

 

Ich freue mich auf alles was kommt. Denn ich bin ja sicher.

 

© Claudia Scherreiks

 

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

 

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

 

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

 

 

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

 

Würd mich freuen.

 

 

 

 

 

 

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