· 

Beziehung in der neuen Zeit – 23 – Tiefe

 

Wenn ich früher von Tiefe sprach, dann meinte ich etwas ganz anderes, als ich es jetzt erlebe.

 

Tiefe stellte damals vor allem Bedingungen.

Kann ja auch nicht anders sein, da alle definierten Meinungen erst mein Bewertungs- und Erfahrungssieb durchlaufen mussten.

Da musste also Jemand eine ganz schön lange Liste erfüllen, damit er in die Nähe jener Tiefe kam, von der ich damals auch nur Ahnungen hatte und nach der ich suchte. Auf die ich hoffte. Aber nie fand.

 

Und jetzt ist sie plötzlich einfach da. Zuerst. Unerwartet.

Und alles andere bewegt sich drumherum.

Ich hinke stolpernd hinterher und kann diese Tiefe nun nicht einmal mehr begründen.

Wenn es nach mir ginge, so hätte ich diese Erfahrung dann doch noch ein wenig hinausgeschoben, in eine Zeit, in der ich wenigstens nicht so fragil wäre. Aber die Tiefe hat mich nicht gefragt.

 

Sie war einfach zuerst da. Und ich bemerkte sie sofort. Ich staune.

Mehr gibt`s hier auch nicht für mich zu tun. Außer jetzt darüber zu schreiben.

 

Sie setzte sich in mein Herz und sitzt da nun einfach. Und während ich – so wie immer – meinem Herzen folge, nehme ich sie mit. Hmm.. nee. Irgendwie nimmt sie mich mit. Denn ich folge ja meinem Herzen.

Ja. Genau so fühlt es sich an. Ich folge der Tiefe in mir.  Und das macht mich glücklich.

 

Wenn ich jetzt von Tiefe spreche, meine ich also etwas ganz anderes.

 

Sie geht einher mit einem inneren Lächeln, wenn ich an die Menschen denke, bei denen ich - wortlos – diese Tiefe habe.

Das wahrnehmen können dieser Tiefe stellt keine Bedingungen. Dieser Mensch muss nicht einmal bei mir sein. Ja nicht einmal

mehr leben... Es muss nicht einmal ein Mensch sein. Oder Tier.

 

Tiefe hat damit alle Vorstellungen gesprengt, die ich je davon hatte. Denn sie ist tatsächlich bedingungslos.

 

Der Mensch, der Körper, den ich Claudia nenne, hinkt da aber noch ganz schön hinterher.

Fällt manchmal raus aus dem Fühlen der Tiefe, weil er aus Gewohnheit immer noch Bedingungen stellt.

 

In Sachen Partnerschaft möchte er z.B. gerne Nähe, Sex, Spaß haben um das Leben fühlen, feiern und genießen zu können!

Und während ich das möchte und lebe, weil sich gerade – ganz zart noch - eine neue Partnerschaft ergeben hat - bleibt die Tiefe einfach. Und durch dieses Bleiben der Tiefe, wird alles transformiert, was nicht zu dieser Tiefe passt.

 

Schmerz z.B. - wie der Schmerz der Sehnsucht, des Vermissens.

Er verwandelt sich, sobald ich ihn wahrnehme in eine stille Vorfreude, auf das nächste Wiedersehen. Ungeduld, wird so zur Geduld.

Es gibt eben kein „Himmelhochjauchzen“, ohne ein „Zutodebetrübt“.

 

Tiefe  - die innerhalb ihrer Präsenz  - den Schmerz des Lebens sanft wegwischt, das passt zur Einheit.

 

Denn die Ausschläge nach oben oder unten tun nun immer weniger weh.

Sie werden immer flacher. So wie es ja auch angekündigt wurde.

 

Wisst ihr was ich glaube? Ich glaube Tiefe ist Liebe.

© Claudia Scherreiks

 

 

Dieser Text ist Teil eines Buches an dem ich gerade schreibe. Erfahrungen mit der Generalamnestie.

 

Das Handbuch von Nane Gisela Busse zur Generalamnestie „Generalamnestie – zurück in die Unschuld“ könnt ihr inzwischen überall im Handel kaufen.

 

Wenn mein Buch erscheint, setzte ich den Link auch hier rein. Und bis dahin, werde ich die ein oder andere Erfahrung mit der Generalamnestie noch hier auf meinem Blog mit euch teilen.

 

Wenn es dich anspricht, dann schau einfach ab und zu hier in meinem Blog rein oder befreundel dich mit mir bei Facebook. Denn dort teile ich dann immer alle neuen Texte und du erfährst dann automatisch, wenn es Neuigkeiten gibt.

Würd mich freuen.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0