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Jeder wie er kann

Mal ein paar Worte an all jene, denen es psychisch ohnehin schon nicht gut ging und die jetzt – in dieser irgendwie irrealen Zeit - auch irgendwie klar kommen müssen.

Ohne Tagesklinik, ohne Pia (die haben hier bei mir komplett dicht gemacht), also damit ohne ein wenigstens etwas vorgegebenes strukturelles Programm.

Und die vielleicht so wie ich jetzt ohne Pläne und Aussichten, wann die bewilligte Reha nun stattfinden könnte oder die Wiedereingliederung in der Kita, die ja gerade auch noch geschlossen hat.

Vorgestern hab ich wieder einen völligen Abgang gemacht. Psychisch. Angstfelder haben mich überrollt. Bin von heftigen Alpträumen wach geworden, als ich dann überhaupt mal schlafen konnte. Gestern bin ich dann noch völlig neben der Spur gewesen. Habe mich ins Putzen und Ordnen gestürzt, um wenigstens aus dem Kopf zu kommen. Hat geholfen.

Solche Tage gibt’s immer wieder mal. Heute fühle ich mich noch dünnhäutig und instabil. Aber der Abgrund ist erstmal wieder weg.

Habe nur das Bedürfnis nach Ruhe. Nach Schutz innerhalb meiner 4 Wänden.

Da tut das momentane „Stay the fuck at home!“ Motto sogar richtig gut. Ja! Mache ich! Gerne!

 

Die Leistungs-Challenges, die einem suggerieren, jetzt besonders viel „in der freien Zeit“ Leisten können zu müssen, vielleicht durch Kreativität, durch Wegarbeiten, durch Aktionismus zu Hause: vergesst es!

Ist wieder nur eine Flucht vor der Stille. Jedenfalls vor allem für Diejenigen, die gerade Ruhe brauchen und wenn überhaupt Leistung, dann erstmal eine eher leichte Aufbaustruktur, so wie ich.

Lasst euch also nicht verrückt machen. Es gibt Tage, da kann ich mich über die vielen kreativen Einfälle meiner Mitmenschen freuen, wie sie mit dieser Krise umgehen.Manchmal trösten mich ihre Worte und ich bin dann einfach nur dankbar sie zu kennen.

An anderen Tagen, empfinde ich alles eher als Angriff. Es erzeugt dann nur Druck und tut weh.

 

Also bleibt bei euch. Jeder wie er kann und mag.

Die eigentliche Herausforderung die ich in dieser Corona-Zeit sehe ist: bei sich bleiben! Sich weder von Angstmacherei, oder Panikmache - in welche Richtung auch immer - anstecken zu lassen.

Alles ist gut.

Wenn was gehen will, dann geht es. Wenn was bleiben will, dann bleibt es.

Wir werden in Deutschland auch weder verhungern, noch erfrieren, sofern wir es schaffen die richtigen Anträge rechtzeitig zu stellen. Aber davon gehe ich jetzt mal aus.

Es gibt auch so viele Hilfsangebote in Deutschland. Nachbarschaftshilfen. Sorgentelefone. Im Notfall einfach die eigene Krankenkasse anrufen. Die geben dir alle relevanten Nummern die du brauchst.

Neulich hörte ich in den Nachrichten einen Politiker sinngemäß sagen: „Schaut jetzt nicht auf die schweren Tage dieser Zeit. Freut euch auf die schönen Jahre die noch auf euch warten!“ Diese Worte taten mir ehrlich gesagt richtig gut. Darin liegt Weite. Zuversicht. Trost.

 

Deshalb mache ich das jetzt auch. Mich freuen, auf die noch vielen, schönen Jahre.

Das Beste kommt ja bekanntlich sowieso immer zum Schluss.

Vielleicht machst du mit?! So virtuell Hand in Hand?! Der Gedanke daran, fühlt sich jedenfalls schon jetzt gut an.

Hau rein! Umärmelung. Du bist nicht allein.

Deine Claudia

 

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